Aktionsketten

Allgemein

In tomedo® können Sie ständig wiederkehrende Arbeitsabläufe automatisiert für einen Patienten abarbeiten lassen. Hierbei gibt es drei grundsätzliche Komponenten, um dies zu gewährleisten:

  1. Aktionsketten, um in einer geordneten Reihenfolge z.B. Dossiereinträge, Diagnosen, Leistungen … für einen Patienten zu dokumentieren,
  2. Aktionskettenauslöser, um Aktionsketten bei bestimmten Interaktionen ausführen zu lassen und
  3. Aktionskettenbedingungen, um patientenbezogen zu ermitteln, ob eine oder mehrere Bedingungen erfüllt sind, bevor eine Aktionskette ausgeführt wird.

Aktionsketten

Unter Admin → Aktionsketten → Aktionsketten können Sie Aktionsketten erstellen. Hier können im unteren Teil über den Knopf „+Aktion“ eine der vielen Aktionen auswählt werden. Dabei ist zu beachten, dass bei Leistungen und Diagnosen nicht Katalogeinträge, sondern nur dessen Favoriten ausgewählt werden können. Diese müssen vorher also konfiguriert werden. Dies hat den Vorteil, dass Sie z.B. Faktoren oder die Diagnosesicherheit vorkonfigurieren können. Die verschiedenen Elemente haben eigene Konfigurationen, die Sie in der Liste mit angeben können.

Eine Aktionskette kann über verschiedene Wege ausgeführt werden:

  1. über einen Symbolleisteknopf in der Tagesliste oder des Dossiers,
  2. mittels Eingabe des Kürzels in die Kommandozeile des Dossiers,
  3. über Aktionskettenauslöser und
  4. mittels Textbausteinen.

Beispiel: Die Praxis möchte eine einheitliche Behandlungsdokumentation, z.B. für Grippe haben. Dementsprechend wird eine neue Kette 1 für den Befund "Grippe" beim Anlegen eines ICD-Codes J11.1 erstellt. Die Aktionskette wird mit einem entsprechenden Namen und Kürzel 2 versehen. Über die Schaltfläche "+ Aktion" 3 können Leistungen, Diagnosen, etc., hinzugefügt werden. Diese erscheinen dann in der Übersicht 4. Damit ist mit wenigen Kicks die gesamte Behandlung dokumentiert. Zudem besteht die Möglichkeit, den Verlauf 5 zu zeigen. In diesem Fall öffnet sich bei Start der Aktionskette ein Popup-Fenster, welches den aktuellen Verlauf darstellt. Wenn die Option "zur Auswahl in Dossier" aktiviert ist, kann ausserdem die Aktionskette über die Symbolleiste des Patientendossiers gestartet werden.

Aktionskettenauslöser

Unter Admin → Aktionsketten → Aktionsketten-Auslöser können Sie sich verschiedene Auslöser einrichten. Einen neuen Auslöser legen Sie dabei mit "+ Element" 1 an. In tomedo® gibt es eine vielfältige Auswahl von Ankerpunkten, in die Sie einen Auslöser setzen können, z.B. das Öffnen des Dossiers oder das Verschieben eines ToDos. Sie legen dabei das Objekt (z.B. ICD) 2 fest und daraufhin die auszuführende Aktion (z.B. Anlegen) 3. Haben Sie dies eingestellt, fehlt noch die Aktionskette 6, die ausgeführt werden soll. Besteht der Wunsch, dass diese Kette nur an bestimmten Arbeitsplätzen oder nur bei bestimmten Nutzern ausgelöst werden sollen, so müssen Sie den „alle“ Haken 7 herausnehmen und die entsprechenden Nutzer oder Arbeitsplätze anhaken. Weiterhin gibt es die Möglichkeit, eine Bedingung 4 anzugeben. Es besteht die Option, eine Statistik (SQL) Anfrage an die Datenbank zu stellen. Damit können Sie so gut wie alles abfragen. Dies hat aber den Nachteil, dass es nur bei aktivem Server funktioniert und dass SQL-Kenntnisse notwendig sind. Zusätzlich gibt es die Möglichkeit, eine Aktionsketten-Bedingung 5 anzugeben.

Im abgebildeten Beispiel soll die Grippe-Aktionskette ausgeführt werden, wenn eine Diagnose mit einem ICD Code J11.1 angelegt wird.

Möchten Sie einstellen, dass alle Nutzer ausser ein konkret ausgewählter Nutzer (zum Beispiel das Kiosk zur Selbstanmeldung) die Aktionskette starten können, haben Sie die Möglichkeit, Ihre Auswahl umzukehren. Statt also alle Nutzer bis auf den einen ausgeschlossenen einzeln anzuklicken, können Sie die neue Auswahl in zwei schnellen Schritten umsetzen:

  1. Klicken Sie den Nutzer an, welcher vom Auslöser ausgeschlossen werden soll.
  2. Klicken Sie auf die Schaltfläche "umkehren". Nun sind automatisch alle Nutzer bis auf den vorher ausgewählten markiert und können den Auslöser nutzen.

Diese Funktion steht genauso für die Auswahl von Arbeitsplätzen zur Verfügung.

Schritt 1: Nutzer wählen

Schritt 2: "umkehren"

Aktionskettenbedingungen

Das Ausführen von Aktionsketten kann zusätzlich über Aktionskettenbedingungen gesteuert werden. Unter Admin → Aktionsketten → Aktionsketten-Bedingungen können Sie diese konfigurieren.

Über das "+"-Symbol 1 können Sie neue Bedingungen hinzufügen. Kern dieser Bedingungen ist eine logische Verknüpfung von Briefkommandos. Sie können also zwei Briefkommandos oder festen Text mit Briefkommandos miteinander vergleichen. Diese Bedingungen können auch verschachtelt werden. Über den Kommandoknopf 2 kann das Fenster „Kommandoliste“ zur Hilfe geöffnet werden. Damit haben Sie auf alle Informationen über den Patienten, für die Briefkommandos zur Verfügung stehen, hier Zugriff und können diese auswerten.

Die hier zur Verfügung stehenden Relationen sind ähnlich denen in Statistikabfragen und stellen Vergleiche von Zeichenketten oder Zahlen zur Verfügung.

Diese Relationen vergleichen Zeichenketten:

  • "ist"
  • "ist nicht"
  • "beginnt mit"
  • "endet mit"
  • "enthält"
  • "enthält – Gross-/Kleinschreibung insensitiv"
  • "enthält nicht"
  • "enthält nicht – Gross-/Kleinschreibung insensitiv"

Diese Relationen vergleichen Zahlen:

  • "ist kleiner als"
  • "ist grösser als"
  • "ist kleiner als oder gleich"
  • "ist grösser als oder gleich"

Weiter muss definiert werden, ob ALLE, EINE oder KEINE der Bedingungen wahr sind. Die Auswahl ALLE bedeutet ein Verknüpfen per „und“ (Bedingung 1 und Bedingung 2 und Bedingung 3 und … sind gleichzeitig wahr), EINE entspricht einem logischen „oder“ (Bedingung 1 oder Bedingung 2 oder Bedingung 3 oder … sind war).

Die Bedingung kann einer konkreten Aktionskette im Verwaltungsfenster der Auslöser hinzugefügt werden.

Hinweis: Wurde die Bedingung EINE oder ALLE hinzugefügt, verschwindet nach dem Verlassen der Ansicht die Anzeige der ausgewählten bzw. benutzten Relation.

Für komplexere Aktionskettenbedingungen können auch unterschiedliche Bedingungen hinzugefügt werden. Drücken Sie dazu die Alt-Taste, so wird aus der  Schaltfläche eine  Schaltfläche, und klicken Sie auf die ausgepunktete Schaltfläche, wird eine weitere Bedingung hinzugefügt. Via Drag & Drop können Sie die Relationen zur gewünschten Bedingung hinzufügen. Das folgende Beispiel zeigt, dass 2 Aussagen (Relationen) wahr sein müssen und nur eine Aussage von 2 weiteren Aussagen wahr sein muss.

Hinweise:

  1. Nehmen Sie sich Briefvorlagen bei der Verwendung von Briefkommandos zu Hilfe.
  2. Testen Sie vorweg die Konfiguration ihrer Aktionskettenbedingungen mithilfe der Aktionskettenauslöser.

Beispiele

Die Aktionskettenbedingungen können an 2 Stellen die Ausführung von Aktionsketten steuern.

Möglichkeit 1

Beispiel 1

Sie wollen nur die Aktionskette Grippe ausführen, wenn der Patient älter als 60 Jahre ist. Für diese Einschränkung definieren sie eine Aktionskettenbedingung: Patient ist älter als 60 Jahre. Dazu vergleichen Sie das Patientenalter $[palter]$ mit einer Zahl, z.B. 60. Folglich wird nun die Grippe-Aktionskette nur ausgeführt, wenn die Bedingung "Patient älter als Jahre" erfüllt ist.

Daraufhin setzen Sie in den Aktionsketten-Auslösern die entsprechende Bedinung für die Aktionskette Grippe.

Beispiel 2

Sie wollen eine Aktionskette nur ausführen, wenn der Geburtstag des Patienten heute ist und in der Patientennotiz das Wort „wichtig“ steht.

Also brauchen Sie 2 Bedingungen, die gleichzeitig erfüllt sein sollen. Die erste vergleicht Tag und Monat des Geburtstags $[d G dd.MM]$ mit dem heutigen Datum $[d S dd.MM]$. Die zweite Bedingung nimmt den Inhalt des Feldes „Patinfo“ aus den Patientendetails $[&p.patientenDetails.freitext]$ und überprüft, ob das Wort „wichtig“ enthalten ist.

Möglichkeit 2

Zusätzlich können Sie Aktionskettenbedingungen innerhalb einer Aktionskette hinzufügen, die – so die Bedingung erfüllt ist – eine weitere Aktionskette ausführt. Hier können natürlich auch mehrere Aktionskettenbedingungen hinzugefügt werden. Weiter kann die Reihenfolge der auszuführenden Aktionsketten festgelegt werden.

  • Die Kette kommt in Warteschlange auf Platz 1. Dies bedeutet, dass zuerst die bereits laufende Aktionskette zu Ende ausgeführt wird und gefolgt von der Aktionskette, die nur ausgeführt wird, wenn die Bedingung erfüllt ist.
  • Die aktive Kette wird abgebrochen und danach die Warteschlange abgearbeitet. Das bedeutet, dass die Aktionskette direkt ausgeführt wird, wenn die Bedingung erfüllt ist und die zuvor gestartete Aktionskette nicht fortgeführt wird.
  • Die Kette wird nur einmal in Warteschlange gesetzt. Dies ermöglicht die Konfiguration von mehreren Bedingungen, die ggf. zur Ausführung derselben Aktionskette führen. Diese Aktionskette soll aber an der Stelle nicht mehrfach ausgeführt werden, sondern nur einmal. Das Aktivieren der Checkbox verhindert das mehrfache Ausführen derselben Aktionskette.

Beispiel 3

Für einen Patienten soll eine extra Überweisung und Untersuchung angeordnet sowie ein Marker angelegt werden, wenn er eine Grippe Diagnose mit dem ICD Code „J11.- “ erhält und bereits zuvor an einer Grippe erkrankt war.

Erstellen Sie zunächst eine Folge-Aktionskette Grippe.

Als nächstes legen Sie eine Bedingung für häufige Grippe-Erkrankungen fest. Dazu können Sie das folgende Briefkommando nutzen:

$[x ddi,dia inf _ 14 NN NNJN NNNN invTimemitICD]$

Fügen Sie schliesslich der Aktionskette "Grippe-AK" die Aktionskettenbedingung "Häufige Grippe Erkrankung" hinzu und wählen Sie im rechten Auswahlmenü "Folge-Grippe-AK" sowie die gewünschte Vorgehensweise aus.

Beispiel 4: Custom-Dossiereintrag verwenden, um eine Aktionskette auszulösen

In einem Custom-Dossiereintrag wird das Auswahlfeld PräLab mit ja oder nein belegt.

Bei „Ja“ soll das Todo „BE“ als anstehend eingetragen werden. Danach soll sich die Laboranforderung öffnen. Nachdem diese ausgefüllt und mit OK bestätigt wurde, soll sich ein Arztbrief öffnen, der die Information enthält, dass eine Blutentnahme bereits erfolgt ist. Mithilfe des entsprechenden Kommandos kann diese Übernahme in den Arztbrief einfach erfolgen, siehe dazu die folgenden Abbildungen.

Bei „Nein“ soll sich nur der Arztbrief öffnen, der die Information enthält, dass das Todo „BE“ nicht nötig ist und mit der Angabe eines Termins für das nächste Mal. Für die Informationen in den Arztbriefen soll ein Dossiereintrag verwendet werden.

Wenn der Dossiereintrag angelegt wird, kann dieser direkt mit der entsprechenden Information, welche in den Arztbrief geschrieben werden soll, vorbefüllt werden.

Für die Aktionskette, die bei „Ja“ ausgelöst wird, kann dann auch gleich der Haken gesetzt werden für das direkte Eintragen in das Dossier, da hier nur eine kurze Info angegeben wird ohne weitere Eingaben.

Bei der Konfiguration des Kommandos ist unbedingt auf Gross- und Kleinschreibung in der Verbindung zum Dossiereintrag zu achten.

Die Bedingung in diesem Fall lautet:
$[dossierEintragValue_withArgs OPK customDossierEintragEntries.lab _ N]$

Bei der Aktionskette mit „Nein“, ist es besser diesen Haken nicht zu setzen, da hier noch eine Eingabe für das Datum notwendig ist, bevor die Info in den Arztbrief in den Arztbrief geschrieben werden soll.

OPK entspricht dem Kürzel des Dossiereintrages und lab entspricht dem variablen Feldnamen in dem Custom-Dossiereintrag.

Tipp:

  1. Finden können Sie dieses Kommando im Kommandofenster unter „Text mit Parameter“ in der genauen Beschreibung/Stichpunkt: arg. Anpassung durch Einsetzen der Bezeichnung der Aktionskette (in diesem Fall OPK) und Anpassung des FeldNamenKürzels aus dem Custom-Dossiereintrag (in diesem Fall lab).
  2. Würden Sie eine Pendenz auslösen wollen, könnten Sie dasselbe Bedingungskommando (mit entsprechender Anpassung). Vorher müssten Sie jedoch die Pendenz definieren, damit diese über die Aktionskette auch vorbelegt werden kann (Wert).
  3. Ab Version 1.131.1 können zur Vorbefüllung von Dossiereinträgen formatierte Texte verwendet werden. Die Texte müssen dazu bereits im formatierten Zustand in das Feld der Vorbefüllung eingetragen werden.