Aktionsketten, -kettenauslöser und -kettenbedingungen

Letzte Anpassung: 8. February 2021

In tomedo® kann man ständig wiederkehrende Arbeitsabläufe automatisiert für einen Patienten abarbeiten lassen. Hierbei gibt es drei grundsätzliche Komponenten, um dies zu gewährleisten:

  1. Aktionsketten, um in einer geordneten Reihenfolge z.B. Karteieinträge, Diagnosen, Leistungen … für einen Patient zu dokumentieren
  2. Aktionskettenauslöser, um Aktionsketten bei bestimmten Interaktionen ausführen zu lassen und
  3. Aktionskettenbedingungen, um Patientenbezogen zu ermitteln, ob eine oder mehrere Bedingungen erfüllt sind, bevor eine Aktionskette ausgeführt wird.

Aktionsketten

Unter Admin → Aktionsketten kann man Aktionsketten erstellen. Hier können im unteren Teil über den Knopf „+Aktion“ eine der vielen Aktionen auswählt werden. Dabei ist zu beachten, dass bei Leistungen und Diagnosen nicht Katalogeinträge, sondern nur dessen Favoriten ausgewählt werden können. Diese müssen vorher also konfiguriert werden. Dies hat den Vorteil, dass man z.B. den Faktor bei GOÄ-Leistungen oder die Diagnosesicherheit vorkonfigurieren kann. Die verschiedenen Elemente haben eigene Konfigurationen, die man in der Liste mit angeben kann.

Eine Aktionskette kann über verschiedene Wege ausgeführt werden:

  1. über einen Toolbarknopf in der Tagesliste oder der Kartei,
  2. mittels Eingabe des Kürzels in die Kommandozeile der Kartei,
  3. über Aktionskettenauslöser und
  4. mittels Textbausteinen.

Beispiel: Die Praxis möchte eine einheitliche Behandlungsdokumentation, z.B. für Grippe haben. Dementsprechend wird eine Kette „Grippe“ beim Anlegen eines ICD Codes J11.1 mit den Karteieinträgen ANA und BEH mit einem vordefinierten Text erstellt. Danach kommt die Diagnose mit vorkonfigurierter Sicherheit und die EBM-Leistungen, die man dafür abrechnen kann. Am Ende noch das Formular AU. Damit ist mit wenigen Klicks die gesamte Behandlung dokumentiert.

Aktionskettenauslöser

Unter Admin → Aktionskettenauslöser kann man sich verschiedene Auslöser einrichten. In tomedo® gibt es eine vielfältige Auswahl von Ankerpunkten, in die man einen Auslöser setzen kann, z.B. das Öffnen der Kartei oder das Verschieben eines ToDos. Hat man dies eingestellt, fehlt noch die Aktionskette, die ausgeführt werden soll. Besteht der Wunsch, dass diese Kette nur an bestimmten Arbeitsplätzen oder nur bei bestimmten Nutzern ausgelöst werden sollen, so muss man den „alle“ Haken herausnehmen und die entsprechenden Nutzer oder Arbeitsplätze anhaken. Weiterhin gibt es die Möglichkeit eine Bedingung anzugeben. Es besteht die Möglichkeit eine Statistik (SQL) Anfrage an die Datenbank zu stellen. Damit kann man so gut wie alles abfragen, hat aber den Nachteil, dass es nur bei aktivem Server funktioniert und dass SQL-Kenntnisse notwendig sind. Zusätzlich gibt es die Möglichkeit eine Aktionskettenbedingung anzugeben.

Im abgebildeten Beispiel soll die Grippe-Aktionskette ausgeführt werden, wenn eine Diagnose mit einem ICD Code J11.1 angelegt wird.

Aktionskettenbedingungen

Das Ausführen von Aktionsketten kann zusätzlich über Aktionskettenbedingungen gesteuert werden. Unter Admin → Aktionskettenbedingungen kann man diese konfigurieren.

Kern dieser Bedingungen ist eine logische Verknüpfung von Briefkommandos. Man kann also zwei Briefkommandos oder festen Text mit Briefkommandos miteinander vergleichen. Diese Bedingungen können auch verschachtelt werden. Über den Kommandoknopf kann das Fenster „Kommandoliste“ zur Hilfe geöffnet werden. Damit haben Sie auf alle Informationen über den Patienten, für die Briefkommandos zur Verfügung stehen, hier Zugriff und können diese auswerten.

Die hier zur Verfügung stehenden Relationen sind ähnlich denen in Statistikabfragen und stellen Vergleiche von Zeichenketten oder Zahlen zur Verfügung.

Diese Relationen vergleichen Zeichenketten:

  • „ist“
  • „ist nicht“
  • „beginnt mit“
  • „endet mit“
  • „enthält“
  • „enthält – Groß/Kleinschreibung insensitiv“

Diese Relationen vergleichen Zahlen:

  • „ist kleiner als“
  • „ist größer als“
  • „ist kleiner als oder gleich“
  • „ist größer als oder gleich“

Weiter muss definiert werden, ob ALLE, EINE oder KEINE der Bedingungen wahr sind. Die Auswahl ALLE bedeutet ein Verknüpfen per „und“ (Bedingung 1 und Bedingung 2 und Bedingung 3 und … sind gleichzeitig wahr), EINE entspricht einem logischen „oder“ (Bedingung 1 oder Bedingung 2 oder Bedingung 3 oder … sind war).

Hinweis: Wurde die Bedingung EINE oder ALLE hinzugefügt, verschwindet nach dem Verlassen der Ansicht die Anzeige der ausgewählten bzw. benutzten Relation.

Für komplexere Aktionskettenbedingungen können auch unterschiedliche Bedingungen hinzugefügt werden. Drücken Sie dazu die Alt-Taste, so wird aus der  Schaltfläche eine  Schaltfläche, und klicken Sie auf die ausgepunktete Schaltfläche, wird eine weitere Bedingung hinzugefügt. Via Drag&Drop können Sie die Relationen zur gewünschten Bedingung hinzufügen. Das folgende Beispiel zeigt, dass 2 Aussagen (Relationen) wahr sein müssen und nur eine Aussage von 2 weiteren Aussagen wahr sein muss.

Hinweise:

  1. Nehmen Sie sich Briefvorlagen bei der Verwendung von Briefkommandos zu Hilfe.
  2. Testen Sie vorweg die Konfiguration ihrer Aktionskettenbedingungen mit Hilfe der Aktionskettenauslöser.

Die Aktionskettenbedingungen können an 2 Stellen die Ausführung von Aktionsketten steuern.

1. Stelle: einmal direkt als Bedingung zum Auslösen einer Aktionskette

Beispiel 1: Sie wollen nur die Aktionskette Grippe ausführen, wenn der Patient älter als 60 Jahre ist. Für diese Einschränkung definieren sie eine Aktionskettenbedingung: Patient ist älter als 60 Jahre. Dazu vergleichen Sie das Patientenalter $[palter]$ mit einer Zahl, z.B. 60. Folglich wird nun die Grippe-Aktionskette nur ausgeführt, wenn die Bedingung, Patient älter als Jahre erfüllt ist.

Beispiel 2: Sie wollen eine Aktionskette nur ausführen, wenn der Geburtstag des Patienten heute ist und in der Patientennotiz das Wort „wichtig“ steht.

Also braucht man 2 Bedingungen die gleichzeitig erfüllt sein sollen. Die erste vergleicht Tag und Monat des Geburtstags $[d G dd.MM]$ mit dem heutigen Datum $[d S dd.MM]$. Die zweite Bedingung nimmt den Inhalt des Feldes „Patinfo“ aus den Patientendetails $[&p.patientenDetails.freitext]$ und überprüft, ob das Wort „wichtig“ enthalten ist.

2. Stelle:

Zusätzlich können Sie Aktionskettenbedingungen innerhalb einer Aktionskette hinzufügen, die – so die Bedingung erfüllt ist – eine weitere Aktionskette ausführt. Hier können natürlich auch mehrere Aktionskettenbedingungen hinzugefügt werden. Weiter kann die Reihenfolge der auszuführenden Aktionsketten festgelegt werden.

  • Kette kommt in Warteschlange auf Platz 1 – bedeutet, dass zuerst die bereits laufende Aktionskette zu Ende ausgeführt wird und anschließend die Aktionskette, die nur ausgeführt wird, wenn die Bedingung erfüllt ist.
  • Aktive Kette wird abgebrochen und danach die Warteschlange abgearbeitet – bedeutet, dass die Aktionskette direkt ausgeführt wird, wenn die Bedingung erfüllt ist und die zuvor gestartete Aktionskette wird nicht fortgeführt.
  • Kette wird nur einmal in Warteschlange gesetzt – ermöglicht die Konfiguration von mehreren Bedingungen, die ggf. zur Ausführung derselben Aktionskette führen. Diese Aktionskette soll aber an der Stelle nicht mehrfach ausgeführt werden, sondern nur einmal. Das aktivieren der Checkbox verhindert das mehrfache Ausführen derselben Aktionskette.

Beispiel 3: Für einen Patienten soll eine extra Überweisung und Untersuchung angeordnet sowie ein Marker angelegt werden, wenn er eine Grippe Diagnose mit dem ICD Code „J11.- “ erhält und bereits zuvor an einer Grippe erkrankt war.

$[x ddi,dia inf _ 14 NN NNJN NNNN invTimemitICD]$

Beispiel 4: Customkarteieintrag verwenden, um eine Aktionskette auszulösen

In einem Customkarteieintrag wird das Auswahlfeld PräLab mit ja oder nein belegt.

Bei „Ja“ soll das Todo „BE“ als anstehend eingetragen werden. Danach soll sich die Laboranforderung öffnen. Nachdem diese ausgefüllt und mit OK bestätigt wurde, soll sich ein Arztbrief öffnen, der die Information enthält, dass eine Blutentnahme schon erfolgt ist. Mit Hilfe des entsprechenden Kommandos kann diese Übernahme in den Arztbrief einfach erfolgen, siehe dazu die folgenden Abbildungen.

Bei „Nein“ soll sich nur der Arztbrief öffnen, der die Information enthält, dass das Todo „BE“ nicht nötig ist und mit der Angabe eines Termins für das nächste Mal. Für die Informationen in den Arztbriefen soll ein Karteieintrag verwendet werden.

Wenn der Karteieintrag angelegt wird, kann dieser gleich vor befüllt werden mit der entsprechenden Information, welche in den Arztbrief geschrieben werden soll.

Für die Aktionskette, die bei „Ja“ ausgelöst wird, kann dann auch gleich der Haken gesetzt werden für das direkte Eintragen in die Kartei, da hier nur eine kurze Info angegeben wird ohne weitere Eingaben.

Bei der Aktionskette mit „Nein“, ist es besser diesen Haken nicht zu setzen, da hier noch eine Eingabe für das Datum notwendig ist, bevor die Info in den Arztbrief in den Arztbrief geschrieben werden soll.

Bei der Konfiguration des Kommandos ist unbedingt auf Groß- und Kleinschreibung in der Verbindung zum Karteieintrag zu achten.

Die Bedingung in diesem Fall lautet:
$[karteiEintragValue_withArgs OPK customKarteiEintragEntries.lab _ N]$

OPK entspricht dem Kürzel des Karteieintrages und lab entspricht dem Variablen Feldnamen in dem CustomKarteiEintrag

Tipp:

  1. Finden kann man dieses Kommando im Kommandofenster unter „Text mit Parameter“ in der genauen Beschreibung/Stichpunkt: arg. Anpassung durch Einsetzen der Bezeichnung der Aktionskette (in diesem Fall OPK) und Anpassung des FeldNamenKürzels aus dem CustomKarteiEintrag (in diesem Fall lab)
  2. Würde man eine Aufgabe auslösen wollen, könnte man dasselbe Bedingungskommando (mit entsprechender Anpassung). Vorher müsste man jedoch die Aufgabe definieren, damit Sie über die Aktionskette auch vorbelegt werden kann (Wert).